In Kürze: Mein Hund hat Durchfall - Was tun?
Wenn dein Hund Durchfall hat oder an Erbrechen leidet, kannst du ihm regelmäßig kleine Portionen Schonkost geben (einige Esslöffel alle zwei Stunden). Einfach und verträglich sind vor allem gekochter Weißfisch, Huhn und weich gekochter weißer Reis. Wenn sich der Allgemeinzustand deines Hundes verschlechtern sollte, ist es wichtig, immer direkt den Tierarzt zu kontaktieren bzw. aufzusuchen.
Erbrechen und Durchfall können zu Dehydration führen
Ein Hund, der erbricht oder Durchfall hat, verliert viel Flüssigkeit (Dehydration), was besonders Welpen oder Junghunde und auch alte Hunde schlechter verkraften können.
Der tägliche Flüssigkeitsbedarf beim Hund liegt normalerweise bei 0,5 dl Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Bei zusätzlichem Flüssigkeitsverlust benötigt der Hund jedoch doppelt so viel Wasser.
Ist mein Hund dehydriert?
Um zu überprüfen, ob dein Hund dehydriert ist, kannst du dir das Zahnfleisch anschauen: Beim gesunden Hund fühlt sich Zahnfleisch glatt und nicht klebrig an.
Alternativ kannst auch die Haut am Oberkopf oder im Nacken anheben: Beim gesunden Hund zieht sich die Haut normalerweise schnell zurück. Beim dehydrierten / ausgetrockneten Hund bildet sich eine verbleibende Hautfalte.
Einfaches Rezept für den Flüssigkeitsersatz beim Hund
So kannst du schnell und einfach einen Flüssigkeitsersatz für deinen Hund selber machen, wenn dieser an Erbrechen oder Durchfall leidet:
- 1 Liter Wasser
- 1 Esslöffel Traubenzucker
- 1 Teelöffel Salz
Alle Zutaten zusammenmischen und dem Hund zum Trinken geben.
Verstopfung
Verstopfung kann Erbrechen verursachen und betrifft häufig Hunde, die sich zu wenig bewegen. Manchmal können auch Krankheiten und Veränderungen im Rücken bzw. der Wirbelsäule, die den Stuhlgang für den Hund schmerzhaft machen, eine Ursache für Erbrechen sein.
In der Vergangenheit wurde häufig Paraffinöl gegen Verstopfung empfohlen, davon würde man heute aber abraten, da es schon vorgekommen ist, dass Hunde eine Lungenentzündung bekommen haben, wenn etwas von dem Paraffinöl in ihre Luftröhre gelangt ist. Paraffinöl ist völlig geschmacklos und regt den Schluckreflex nicht an. Daher sollte man bei Verstopfung besser testen, wie der Hund auf Medikamente wie Lactulose oder Vi-Siblin reagiert, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind.
Andere Ursachen für Magen-Darm-Probleme
Wenn sich der Zustand deines Hundes trotz Hungern lassen und Schonkost nicht verbessert oder die Probleme erneut zurückkehren, solltest du dich an einen Tierarzt wenden, da möglicherweise eine andere Ursache für die Verdauungsprobleme vorliegt.
Einige mögliche Ursachen für Darmprobleme können sein:
- Futterunverträglichkeit
- genetische Krankheiten
- Parasiten
- Magengeschwür
- Tumore
- Virusinfektionen (z-B. Parvovirose, Corona und Rotavirus)
- Bakterielle Infektionen (z.B. Salmonellen).
- Darmwürmer
- Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
Wann sollte man zum Tierarzt?
- Wenn sich der Allgemeinzustand des Hundes verschlechtert (Fieber, Hund frisst nicht und ist schlapp, Hund ist dehydriert)
- Wenn du die Vermutung hast, dass der Hund einen Fremdkörper verschluckt hat
- Wenn der Hund Wasser erbricht, obwohl er nur wenig trinkt
- Wenn der Hund sehr jung oder alt ist und schnell dehydriert
- Wenn das Erbrechen oder der Durchfall sehr blutig wird (ein wenig helles Blut ist nicht gefährlich)
- Wenn die Symptome trotz Hungern und Schonkost nicht verschwinden oder wenn die Symptome zurückkommen
Wenn du dir unsicher bist, ob ein Besuch beim Tierarzt notwendig ist, kannst du dich zunächst telefonisch an den Tierarzt wenden, um eine erste Beurteilung zu erhalten.