Alles über PSSM2 beim Pferd
Was sind die Symptome von PSSM2, was verursacht die Krankheit und wie kann man ihr vorbeugen? Hier erfährst du alles über die Muskelkrankheit beim Pferd.
Was sind die Symptome von PSSM2, was verursacht die Krankheit und wie kann man ihr vorbeugen? Hier erfährst du alles über die Muskelkrankheit beim Pferd.
PSSM2 bedeutet Polysaccharid-Speicher-Myopathie und ist eine Muskelerkrankung, die durch eine fehlerhafte Energieversorgung in der Muskelzelle ausgelöst wird. Es handelt sich um eine unheilbare Krankheit, die bei allen Pferden vorkommen kann. Die Ursache für PSSM2 ist noch nicht vollständig geklärt. Bei idealer Haltung und optimaler Fütterung können die Pferde ein fast normales Leben führen.
Die Symptome treten im Alter zwischen sieben und acht Jahren auf.
Bei der Polysaccharid- Speicher-Myopathie (PSSM) können zwei Formen unterschieden werden, PSSM1 und PSSM2.
Die Ursache von PSSM1 und PSSM2 ist unterschiedlich. PSSM1 ist eine genetisch bedingte Muskelerkrankung, die durch eine Mutation im GenGYS1 hervorgerufen wird. Dabei kommt es zu einer Störung im Zuckerstoffwechsel in den Muskelzellen, die zu einer übermäßigen Speicherung von Zucker (Glykogen) führt.
Unter PSSM2 versteht man verschiedene Muskelerkrankungen, die zwar genetisch bedingt sind, aber nicht durch das Gen GYS1.
Bei PSSM2 ist die Ursache noch nicht vollständig geklärt. Es wird aber angenommen, dass es durch einen erhöhten Eiweißverbrauch zu einer negativen Stickstoffbilanz kommt. Das passiert, wenn es ernährungsbedingt zu einer längeren Unterversorgung von Proteinen (Eiweißen) und deshalb Muskel- und Körperprotein sowohl ab- als auch aufgebaut werden. Der Körper verliert so Stickstoffverbindungen.
PSSM1 und PSSM2 sind unheilbare Muskelerkrankungen. Die Symptome können allerdings durch eine angepasste Haltung und Fütterung gelindert werden.
Bei PSSM handelt es sich um einen Gendefekt, weshalb es keine Heilung gibt. Bei erkrankten Pferden können einige Maßnahmen helfen, die Symptome zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.
Mit einer Futterumstellung können die Symptome gelindert werden. Wichtig dabei ist, kohlenhydratarm und getreidefrei zu füttern. Der Eiweißbedarf muss unbedingt gedeckt werden.
Diese Futtermittel eignen sich für die Fütterung von PSSM2 Pferden:
Die Fütterung muss immer auf das Pferd abgestimmt sein. Eine regelmäßige Blutuntersuchung hilft dabei, den Ernährungsstatus ihres Pferdes zu kontrollieren. Beobachte, wie es auf verschiedene Futtermittel reagiert.
Die erkrankten Pferde brauchen viel Bewegung, um ihre Muskeln aktivieren zu können. Falls eine Offen- oder Aktivstallhaltung nicht möglich ist, sollten sie zumindest tagsüber für mehrere Stunden auf die Weide oder auf ein Paddock gebracht werden. Alle Bewegungsangebote, wie zum Beispiel eine Führanlage oder ein Laufband sollten genutzt werden. Vor dem täglichen Training muss das Pferd unbedingt ausgiebig aufgewärmt werden und es sollte mit einer entsprechend langsamen Abkühlung enden. Vermeiden Sie eine Überlastung der Muskulatur durch zu langes und intensives Training.
Muskelprobleme verschlimmern sich durch Stress. Die betroffenen Pferde benötigen ein harmonisches und ruhiges Umfeld. Sie brauchen einen Rückzugsraum an dem sie sich erholen und wohlfühlen können.
Der Tierarzt wird so viel wie möglich über die medizinische Vorgeschichte des Pferdes wissen wollen und darüber, wie das Pferd in letzter Zeit gehalten, trainiert und gefüttert wurde. Bei der Untersuchung des Pferdes wird der Tierarzt darauf achten, wie sich das Pferd bewegt, seine Muskeln abtasten und seine Atmung und Herzfrequenz überprüfen.
Mit einem Gentest erhält man die Gewissheit, dass es sich bei den Symptomen um PSSM handelt. Für den Test entnimmt der Tierarzt entweder Blut oder Haarwurzeln und schickt die Proben ins Labor. Innerhalb von zwei bis drei Wochen erhält man das Ergebnis und kann das Pferd entsprechend in Haltung, Bewegung und Fütterung unterstützen.
Befolge die Ratschläge deines Tierarztes, wie du dein Pferd mit PSSM2 halten und trainieren solltest. Um weitere Schübe zu vermeiden, ist es wichtig, die Ernährung , die Haltung und das Training anzupassen. So können die oben beschriebenen Symptome reduziert werden oder sogar verschwinden.
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