Was bedeutet das Allgemeinbefinden beim Hund?
Das Allgemeinbefinden beschreibt, wie es dem Hund insgesamt geht – sowohl körperlich als auch geistig. Es umfasst Energie, Appetit, Bewegungsmuster, Verhalten und Kontaktbereitschaft. Ein Hund mit gutem Allgemeinbefinden ist aufmerksam, lebhaft und verhält sich wie gewohnt. Ein reduziertes Allgemeinbefinden kann auf Schmerzen oder Krankheit hinweisen.
Tierärzte beurteilen das Allgemeinbefinden eines Hundes anhand mehrerer Faktoren: Aufmerksamkeit, Körperhaltung, Bewegungsmuster, Appetit, Flüssigkeitshaushalt, Farbe und Feuchtigkeit der Schleimhäute, Temperatur, Puls und Atmung. Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt in der Regel zwischen 37,5 und 39,0 °C – abhängig von Alter und Aktivitätsniveau. Abweichungen können auf eine Erkrankung hinweisen.
Was ist normal für Deinen Hund?
Grundsätzlich ist jeder Hund anders. Ein Welpe hat völlig andere Bedürfnisse und Verhaltensweisen als ein älterer Hund. Auch zwischen den Rassen gibt es Unterschiede – etwa beim Aktivitätsniveau. Was für einen Jagdhund normal ist, kann für einen Labrador untypisch sein. Lerne den Charakter und die Gewohnheiten Deines Hundes kennen – so erkennst Du leichter, wenn sich etwas verändert.
Anzeichen für einen guten Allgemeinzustand beim Hund
- Lebhaft, neugierig und interessiert an der Umgebung
- Frisst und trinkt wie gewohnt
- Hat normalen Kotabsatz und Urinabsatz
- Das Fell ist glänzend und die Haut sieht gesund aus
- Bewegt sich ohne Einschränkung oder Lahmheit
- Schläft entsprechend seinem Alters und Aktivitätslevel
Anzeichen für ein reduziertes Allgemeinbefinden beim Hund
- Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit
- Verminderter oder fehlender Appetit
- Plötzlicher Gewichtsverlust
- Erbrechen oder Durchfall
- Husten, Niesen oder Atembeschwerden
- Steifheit, Lahmheit oder Bewegungsunlust
- Zieht sich zurück und meidet Kontakt
- Mattes, verfilztes Fell oder übermäßiger Haarausfall
- Setzt im Haus Urin ab, obwohl er eigentlich stubenrein ist
- Blasse und/oder trockene Schleimhäute (normalerweise hellrosa und feucht)
- Plötzliche Verhaltensänderungen, z. B. Apathie oder Aggressivität
Ein reduziertes Allgemeinbefinden ist keine Diagnose, sondern ein Symptom
Ein reduziertes Allgemeinbefinden ist keine eigenständige Diagnose, sondern ein Symptom, das viele Ursachen haben kann – von akuten Infektionen (z. B. Gebärmutterentzündung, Lungenentzündung oder Magen-Darm-Infektion) bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Nieren- oder Lebererkrankungen, hormonellen Störungen (z. B. Cushing-Syndrom, Diabetes mellitus) oder Schmerzen.
Normale Werte beim Hund
Miss die Temperatur Deines Hundes, wenn er gesund und ruhig ist, um den Normalwert kennenzulernen. Beobachte ihn in Ruhe und achte darauf, wie er liegt und wie seine Atmung aussieht. So erkennst Du leichter mögliche Abweichungen. Puls und Atemfrequenz sind bei kleinen Rassen und Welpen in der Regel höher.
| Parameter | Normalwert (erwachsener Hund) |
| Körpertemperatur |
37,5–39,2 °C |
| Puls |
60–120 slag/minut (beroende på ras och storlek) |
| Atemfrequenz |
10–30 andetag/minut (högst hos små raser) |
| Kapilläre Füllungszeit
- Wenn Du mit dem Finger auf das normalerweise rosafarbene Zahnfleisch des Hundes drückst, verblasst die Schleimhaut durch den Druck. Die kapilläre Rückfüllzeit bezeichnet die Zeit, bis die Schleimhaut wieder ihre normale Farbe annimmt. |
< 2 Sekunden |
|
Schleimhäute |
Hellrosa und feucht |
Checkliste: So erkennst Du, ob Dein Hund ein reduziertes Allgemeinbefinden zeigt
Tierärzte beurteilen den Allgemeinzustand oft als gut oder leicht, mäßig oder stark vermindert. Als Hundehalter kannst Du diese Checkliste verwenden. Sie ersetzt keine tierärztliche Untersuchung - hilft aber, frühe Veränderungen zu erkennen.
Energie und Aktivität
- Schläft Dein Hund mehr als gewöhnlich oder wirkt er ungewöhnlich müde?
- Hat Dein Hund das Interesse an Spiel oder Spaziergängen verloren?
- Ist Dein Hund neugierig und an seiner Umgebung interessiert?
Appetit und Gewicht
- Trinkt Dein Hund mehr oder weniger als sonst?
- Hast Du eine Zu- oder Abnahme des Appetits bemerkt?
- Hast Du Gewichtsveränderungen festgestellt?
Magen und Darm
- Hat Dein Hund erbrochen oder Durchfall gehabt?
- Setzt Dein Hund im Haus Urin oder Kot ab, obwohl er stubenrein ist?
Atmung und Bewegung
- Atmet Dein Hund normal? Hat er ein regelmäßiges Atemmuster? Atmet er mit offenem Mund oder mit sichtbarem Druck?
- Hustet oder niest er?
- Bewegt sich Dein Hund steif oder lahmt er? Zeigt er Unlust, ins Auto oder auf das Sofa zu springen? Hat er Schwierigkeiten, aufzustehen?
Verhalten und Kontakt
- Zieht sich Dein Hund zurück, versteckt sich oder meidet Kontakt?
- Hast Du Verhaltensänderungen bemerkt, z. B. gesteigerte Aggressivität oder Apathie?
Haut und Fell
- Ist das Fell stumpf oder verfilzt geworden?
- Kratzt oder leckt sich Dein Hund mehr als gewöhnlich? Rutscht er mit dem Po über den Boden?
Wann sollte ich einen Tierarzt kontaktieren?
Kontaktiere einen Tierarzt, wenn Dein Hund:
- Länger als 24 Stunden nichts fressen möchte
- Fieber hat
- Wiederholt erbricht oder blutigen Durchfall hat
- Anzeichen von Schmerzen zeigt (Winseln, Unruhe oder starkes Hecheln)
- Plötzlich apathisch oder desorientiert wirkt
- Schwer zu atmen scheint
- Krämpfe oder Gleichgewichtsstörungen zeigt
Eine frühzeitige Untersuchung kann entscheidend sein, um die Ursache zu finden und die Prognose zu verbessern.