Wie stecken sich Katzen mit Tritrichomonas an?

Die Ansteckung erfolgt über den Kot, entweder direkt von Katze zu Katze oder indirekt über kontaminierte Umgebungen, einschließlich Katzentoiletten, Oberflächen und Gegenstände. Der Parasit überlebt nur kurze Zeit unter trockenen Bedingungen (etwa eine Stunde an der Luft), kann aber in feuchtem oder nassem Kot mehrere Tage überleben. Das Überleben hängt von Temperatur, Feuchtigkeit und der Menge an organischem Material ab. Die Inkubationszeit – also die Zeit von der Ansteckung bis zu den Symptomen – beträgt typischerweise 4–14 Tage.

Tritrichomonas-Infektion Katze – Symptome erkennen

Die meisten erkrankten Katzen entwickeln langanhaltenden, übelriechenden Durchfall, der oft dünnflüssig, schleimig und/oder blutig ist und eine Konsistenz wie Kuhfladen haben kann. Der Durchfall kann schubweise auftreten und unbehandelt mehrere Monate anhalten. Die Katze kann zudem an Stuhlinkontinenz (Unfähigkeit, den Kot zu kontrollieren) sowie an einem geröteten und gereizten After leiden. Häufiges Lecken des Analbereichs aufgrund von Reizungen wird ebenfalls oft beobachtet.

Der Parasit befällt hauptsächlich den Dickdarm, weshalb die Katze meist Appetit und Allgemeinzustand behält. Die meisten infizierten Katzen wirken daher gesund und fressen normal, können aber dennoch den Parasiten ausscheiden und andere anstecken.

Typische Symptome:

  • Langanhaltender, wiederkehrender Durchfall
  • Übelriechender, oft dünnflüssiger Kot
  • Durchfall mit Schleim und/oder Blut
  • Stuhlinkontinenz
  • Geröteter, gereizter oder entzündeter After
  • Phasenweise Verschlechterung und Besserung des Durchfalls
  • Meist normaler Allgemeinzustand, Appetit und Gewicht bleiben erhalten

Wie wird Tritrichomonas bei Katzen diagnostiziert?

Die Diagnose wird durch eine Laboruntersuchung einer Kotprobe gestellt. Die PCR-Analyse ist der Goldstandard zum Nachweis der DNA des Parasiten – auch bei geringer Anzahl. Die Probe sollte frisch und ohne Kühlung entnommen werden, um die Sensitivität zu erhöhen. Bei negativem Testergebnis, aber weiter bestehendem Verdacht, sollte die Probe wiederholt werden.

Behandlung von Tritrichomonas bei Katzen

Derzeit gibt es in Deutschland keine zugelassenen Medikamente zur Behandlung von Tritrichomonas blagburni (früher foetus) bei der Katze. Wenn die Infektion erhebliche Probleme verursacht, kann der Tierarzt das Medikament Ronidazol, das für Katzen nicht zugelassen ist, ausnahmsweise umwidmen.

Ronidazol kann Nebenwirkungen verursachen, darunter neurologische Symptome wie Ataxie (unsicherer Gang), Apathie und in seltenen Fällen Krampfanfälle und Zittern – insbesondere bei Überdosierung. Die Behandlung muss daher genau nach Anweisung des Tierarztes erfolgen.

Nicht alle Katzen werden trotz Behandlung parasitenfrei, und einige können den Erreger weiterhin ausscheiden, auch wenn der Durchfall verschwunden ist. Eine Linderung der Symptome kann durch leicht verdauliches Spezialfutter, sowie Prä- und Probiotika, die die Darmflora unterstützen, erreicht werden. Metronidazol wurde früher testweise eingesetzt, wird aber heute wegen geringer Wirksamkeit und Resistenzgefahr nicht mehr empfohlen.

Wichtig bei Behandlung und Vorbeugung

  • Infizierte Katzen möglichst isolieren
  • Katzentoiletten täglich mit kochendem Wasser oder vom Tierarzt empfohlenem Desinfektionsmittel reinigen
  • Infizierte Katzen nicht zur Zucht, auf Ausstellungen oder in Pensionen verwenden
  • Stress vermeiden, da das Immunsystem negativ beeinflusst wird und das Risiko für Rückfälle steigt
  • Katzen in Mehrkatzenhaushalten können einen längeren Krankheitsverlauf haben
  • Bei anhaltenden Problemen sollten alle Katzen im Haushalt getestet werden
  • Wenn möglich, für jede Katze eine eigene Katzentoilette verwenden

Prognose und Trägerschaft

Eine langanhaltende Infektion ohne Symptome ist gut dokumentiert, und es gibt derzeit keine Strategie, den Parasiten bei allen Katzen vollständig zu eliminieren. Der Parasit kann monatelang bis jahrelang im Darm überleben, auch ohne Symptome. Auch wenn der Durchfall oft mit der Zeit nachlässt, kann die Katze weiterhin den Parasiten ausscheiden und andere anstecken. Rückfälle treten auf – besonders bei Stress oder Kontakt mit anderen infizierten Katzen. Kontrolluntersuchungen von Kotproben werden empfohlen, um den Behandlungserfolg zu beurteilen und die Ausbreitung einzudämmen.

Hygiene & Vorbeugung im Mehrkatzenhaushalt

  • Für gute Hygiene in der Katzentoilette sorgen und häufig reinigen
  • Neue oder möglicherweise infizierte Katzen isolieren
  • Katzen mit langanhaltendem Durchfall auf Tritrichomonas testen
  • Infizierte Katzen nicht zur Zucht verwenden
  • Während eines Ausbruchs keine gemeinsamen Futter- und Wassernäpfe verwenden und auf strenge Hygiene in Gemeinschaftsbereichen achten