Was ist der Allgemeinzustand?
Der Allgemeinzustand ist ein Sammelbegriff für das körperliche und geistige Wohlbefinden der Katze. Dazu gehören unter anderem Energie, Appetit, Verhalten, Körperhaltung und ihre Beweglichkeit. Eine Katze mit gutem Allgemeinzustand ist lebhaft, aufmerksam und verhält sich wie gewohnt. Ein verminderter Allgemeinzustand ist oft ein unspezifisches, aber wichtiges Zeichen für Krankheit oder Schmerzen und sollte immer ernst genommen werden.
Bedenke, dass ein verminderter Allgemeinzustand auch das einzige sichtbare Zeichen für schwere systemische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz (Link zum Inhalt), Tumorerkrankungen (Link zum Inhalt) oder Infektionen sein kann.
Katzen sind unterschiedlich
Jede Katze ist ein Individuum, und was für die eine normal ist, kann für die andere schon ein Hinweis sein, dass etwas nicht stimmt. Manche Katzen sind von Natur aus ruhig und schlafen viel, andere sind aktiver. Manche sind sehr sozial, andere zurückhaltender. Deshalb ist es wichtig, die Gewohnheiten und Bewegungsmuster Deiner eigenen Katze zu kennen, um Veränderungen leichter zu bemerken.
Tipp: Es ist wichtiger, Veränderungen im Verhalten Deiner eigenen Katze zu beachten, als Vergleiche mit anderen Katzen anzustellen.
Was ist ein normaler Allgemeinzustand bei einer Katze?
- Lebhaft und neugierig, was in ihrer Umgebung passiert
- Frisst und trinkt wie gewohnt
- Putzt sich regelmäßig
- Hat ein gepflegtes Fell
- Bewegt sich mühelos
- Benutzt die Katzentoilette wie gewohnt
- Ist sozial und sucht Kontakt (je nach Persönlichkeit)
Eine gesunde Katze hat im Ruhezustand meist:
- Eine Körpertemperatur zwischen ca. 38 und 39,5 Grad
- Eine Atemfrequenz von 15–30 Atemzügen pro Minute
- Eine Herzfrequenz von 140–220 Schlägen pro Minute
Diese Werte können zwischen einzelnen Katzen variieren und werden durch Aktivität oder Stress beeinflusst. Dein Tierarzt kann Dir helfen, herauszufinden, was für Deine Katze normal ist.
Was ist kein normaler Allgemeinzustand?
- Trägheit oder ungewöhnliche Müdigkeit
- Verminderter Appetit oder vollständige Verweigerung von Futter- und-/oder Wasser
- Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme
- Erbrechen oder Durchfall
- Husten, Niesen oder Atembeschwerden
- Lahmheit oder eingeschränkte Beweglichkeit und Mobilität
- Versteckt sich oder zieht sich mehr zurück als sonst
- Struppiges Fell oder mangelnde Fellpflege
- Das Absetzen von Urin oder Kot außerhalb der Katzentoilette
- Plötzliche Verhaltensänderungen, z.B. Aggressivität oder Teilnahmslosigkeit
Hinweis: Verhaltensänderungen können das erste Anzeichen für Schmerzen bei Arthrose, oder gesundheitliche Probleme wie Zahnerkrankungen, Harnwegsinfektion oder systemische Erkrankungen sein.
Checkliste: Hat Deine Katze einen verminderten Allgemeinzustand?
- Energie und Aktivität
- Schläft Deine Katze mehr als sonst oder wirkt sie ungewöhnlich müde?
- Ist Deine Katze weniger an Spielen oder ihrer Umgebung interessiert?
- Appetit und Gewicht
- Frisst oder trinkt Deine Katze weniger (oder mehr) als sonst?
- Hast Du einen Gewichtsverlust oder eine Gewichtszunahme bemerkt?
- Verdauung und Toilettengewohnheiten
- Hat Deine Katze erbrochen oder Durchfall gehabt?
- Setzt sie Kot oder Urin außerhalb der Toilette ab?
- Atmung und Bewegung
- Hat Deine Katze Atemprobleme, hustet oder niest sie häufig?
- Bewegt sich Deine Katze steif, lahmt sie oder vermeidet sie das Springen?
- Verhalten und soziale Kontakte
- Zieht sich Deine Katze zurück, versteckt sich oder meidet den Kontakt mit Menschen oder anderen Artgenossen?
- Hast Du plötzliche Verhaltensänderungen bemerkt, z.B. erhöhte Aggressivität?
- Fell und Fellpflege
- Ist das Fell Deiner Katze struppig oder verfilzt, oder hat Deine Katze aufgehört, sich zu putzen?
Wenn Du eine oder mehrere dieser Fragen mit Ja beantworten kannst, solltest Du Deine Katze unbedingt von einem Tierarzt untersuchen lassen.
Hinweis: Achte immer auch auf kleine Veränderungen im Verhalten Deiner Katze und wend Dich im Zweifelsfall an einen Tierarzt. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von möglichen Gesundheitsproblemen oder Krankheiten verbessert die Chancen auf eine gute Genesung und eine gesunde Katze.