Forschungsbereiche 2026

Die Forschungsförderung des Agria-SKK-Forschungsfonds 2026 konzentriert sich auf zentrale Themen der Tiergesundheit, Tiermedizin und des Tierwohls bei Hunden und Katzen. Im Mittelpunkt stehen innovative Forschungsprojekte zur KI-gestützten Lahmheitsdiagnostik, zur genetischen Prävention von Herzerkrankungen beim Hund, zu Verhaltensproblemen, zu Verletzungsrisiken und körperlichen Belastungen im Hundesport sowie zur gesellschaftlichen Rolle des Hundes in einer nachhaltigen Gesellschaft. Darüber hinaus werden Studien zur genetischen Vielfalt und Gesundheit nordischer Hunderassen gefördert.
Die neuen Forschungsprojekte werden an renommierten Universitäten und Forschungseinrichtungen in Schweden, Dänemark und Finnland durchgeführt.

Ziel der Förderung ist es, wissenschaftlich fundiertes Wissen zu schaffen, das die Gesundheit von Haustieren verbessert, das Tierwohl stärkt und gleichzeitig einen positiven Beitrag für das Zusammenleben von Mensch und Tier leistet.

Agria- und SKK-Forschungsfonds

Der Agria- und SKK-Forschungsfonds fördert seit vielen Jahren Forschung zu Hunden, Katzen und anderen Haustieren in den Bereichen Veterinärmedizin, Genetik, Verhalten, Tierwohl und Prävention. Zusätzlich werden Projekte unterstützt, die sich mit der sozialen, gesellschaftlichen und nachhaltigen Bedeutung der Haustierhaltung befassen.

 

Die fünf neuen Forschungsprojekte für 2026 sind:

Entwicklung einer computergestützten Bildverarbeitungsmethode zur Messung von Lahmheit bei Katzen und Hunden

Orthopädische Erkrankungen wie Arthrose verursachen Schmerzen und eine verminderte Lebensqualität bei Katzen und Hunden, bleiben jedoch häufig unerkannt. Ziel dieses Projekts ist es, eine Computer-Vision-Methode zu entwickeln, mit der Lahmheit in Videoaufnahmen von gehenden und trabenden Tieren erkannt werden kann. Mithilfe von 3D-Scans, KI-Modellen und einer Validierung anhand des Goldstandards der Bewegungsanalyse sollen eine frühe, objektive und langfristige Überwachung sowie verbesserte Diagnostik, Behandlung und Tierwohl ermöglicht werden.


Projektdauer: 3 Jahre
Bewerberin: Marie Rhodin, Schwedische Universität für Agrarwissenschaften (SLU), Schweden

Projekt: Validierung genetischer Tests für Mitralklappenerkrankungen beim Hund

Die häufigste Herzerkrankung bei Hunden ist die myxomatöse Mitralklappenerkrankung (MMVD). Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, ob neu identifizierte Genvarianten den Herztod infolge von MMVD in einer großen Population von Cavalier King Charles Spaniels (CKCS) vorhersagen können. Zusätzlich wird untersucht, wie häufig diese Genvarianten bei jungen CKCS vorkommen, die 2025 für die Zucht eingesetzt werden. Das Projekt soll die Grundlage für einen robusten Gentest liefern, der die Häufigkeit von MMVD in der Rasse wirksam reduzieren kann.


Projektdauer: 3 Jahre
Bewerberin: Lisbeth Høier Olsen, Universität Kopenhagen, Dänemark

Genaue Abschätzung der Häufigkeit und Ursachen von Verhaltensproblemen bei schwedischen Hunden

Die Verbreitung von Verhaltensproblemen und ihre Verteilung auf verschiedene Rassen sind bislang weitgehend unbekannt. Dieses Projekt soll objektive Statistiken zur Häufigkeit unterschiedlicher Probleme und deren Ursachen liefern. Eine große, repräsentative Stichprobe schwedischer Hunderassen und ihrer Halter, gewonnen über verfügbare Register, validierte Fragebögen und statistische Modellierung, soll die wichtigsten Risikofaktoren aufzeigen. Das Projekt wird ein wertvolles Instrument für Züchter sowie eine bedeutende Datenbank bereitstellen.


Projektdauer: 2 Jahre
Bewerberin: Per Jensen, Universität Linköping, Schweden

Die sich wandelnde Rolle des Hundes in einer nachhaltigen Gesellschaft

Noch nie gab es so viele Hunde wie heute. Der Hund ist Teil sowohl des häuslichen Lebens als auch der Gesellschaft insgesamt und verdeutlicht die Beziehung zwischen Hundehaltern und ihrer Umwelt. Um die zukünftige Rolle des Hundes zu verstehen, sind Einblicke in die sozialen Auswirkungen der Hundehaltung erforderlich. In diesem Projekt wird mithilfe von Umfragen untersucht,

  1. wie sich Einstellungen zur Rolle des Hundes in der Gesellschaft im Laufe der Zeit verändern, und

  2. wie aktive Hundehaltung mit einer nachhaltigen Gesellschaft zusammenhängt, mit Fokus auf Vertrauen und ein sinnstiftendes Leben.


Projektdauer: 2 Jahre
Bewerberin: Patrik Öhberg, Universität Göteborg, Schweden


Die körperlichen Anforderungen von Agility für den Hund

Studien zeigen, dass sowohl das Risiko von Agility-bedingten Verletzungen als auch Bedenken hinsichtlich des Tierwohls aufgrund steigender körperlicher Anforderungen zunehmen. Ziel der finnischen Agility-Studie ist es, die physischen Anforderungen des Hundesports Agility zu klären und durch Wissen Sicherheit und Tierwohl zu verbessern. Die Studie umfasst Umfragen zu Training und Verletzungsrisiken sowie Untersuchungen zur Sprungbiomechanik, zur Leistung an der A-Wand und zur Geschwindigkeit von Agility-Hunden auf unterschiedlichen Untergründen.


Projektdauer: 1 Jahr
Bewerber: Anna Boström, Tierklinikum der Universität Helsinki, Finnland

Genetischer Status von Jämthund und Schwedischem Lapphund: Analyse 100 Jahre alter Felle

Untersucht wird, wie sich die Entwicklung der Rassen Jämthund und Schwedischer Lapphund auf ihren genetischen Status und ihre Gesundheit ausgewirkt hat, im Vergleich zur ursprünglichen, nicht gezüchteten Population. Dazu wird DNA aus 100–200 Jahre alten Hundefellen analysiert, die aus Kleidungsstücken nordschwedischer Bauern und der samischen Bevölkerung stammen. In der abschließenden Projektphase werden Blutproben heutiger Populationen analysiert und genetische Vielfalt, Inzuchtgrad sowie die Häufigkeit schädlicher Genvarianten verglichen.

Projektdauer: 1 Jahr
Bewerber: Peter Savolainen, KTH Königliches Institut für Technologie, Solna, Schweden

 

Fortgeführte Forschungsprojekte mit neuer Förderung:

  • Einfluss der Persönlichkeit auf Schmerz und Stress bei Hunden und ihren Haltern
    Eva Sandberg, SLU, Jahr 3 von 3

  • Infektionen und Antibiotikaresistenzen bei Hornhautgeschwüren von Haustieren in Schweden
    Lena Ström, SLU, Jahr 3 von 3

  • Wie können soziale Medien verantwortungsvolle Hunde- und Katzenhaltung unterstützen?
    Maria Fuentes, Universität Lund, Jahr 3 von 3

  • Erkennung von Arthrose bei Kaninchen
    Johanna Mäkitaipale, Universität Helsinki, Jahr 2 von 3

  • Enzephalitis bei Hunden – Ursachen und Krankheitsmuster in der schwedischen Hundepopulation
    Cecilia Ley, SLU, Jahr 2 von 3

  • Der genetische Einfluss von Hüftdysplasie und Adipositas beim Hund
    Maja Arendt, Universität Kopenhagen

  • Eignung von Hunden für unterschiedliche Aufgaben in der modernen Gesellschaft
    Therese Rehn, SLU, Jahr 3 von 3

  • Schmerzmanagement bei Katzen während Kaiserschnitt und Laktation
    Anneli Rydén, SLU, Jahr 2 von 3

  • Mensch-Hund-Beziehungen am Lebensende
    Nete Schwennesen, Universität Roskilde, Jahr 2 von 2