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Scheinträchtigkeit bei der Hündin: Symptome, Dauer und Behandlung

Deine Hündin baut plötzlich ein Nest, trägt Spielzeug herum oder hat geschwollene Milchdrüsen? Dahinter könnte eine Scheinträchtigkeit stecken. Erfahre, warum Hündinnen nach der Läufigkeit scheinträchtig werden, wie lange die Symptome anhalten und wann eine Behandlung notwendig ist.

Was ist eine Scheinträchtigkeit beim Hund?

Eine Scheinträchtigkeit, auch Scheinschwangerschaft oder Pseudogravidität genannt, ist eine hormonell bedingte Veränderung bei nicht trächtigen Hündinnen. Sie tritt typischerweise einige Wochen nach der Läufigkeit auf.

Die Hündin kann dabei körperliche Veränderungen und Verhaltensweisen zeigen, die einer tatsächlichen Trächtigkeit ähneln. Eine Scheinträchtigkeit ist an sich keine Krankheit, kann für manche Hündinnen jedoch belastend sein.

Warum wird eine Hündin scheinträchtig?

Nach der Läufigkeit verändert sich der Hormonhaushalt der Hündin. Der Progesteronspiegel sinkt und das Hormon Prolaktin kann ansteigen. Prolaktin beeinflusst unter anderem die Milchproduktion und das mütterliche Verhalten.

Diese hormonellen Veränderungen finden unabhängig davon statt, ob die Hündin gedeckt wurde. Deshalb kann auch eine Hündin scheinträchtig werden, die keinen Kontakt zu einem Rüden hatte.

Erfahre mehr: Läufigkeit bei Hündinnen: Dauer, Anzeichen und Zyklus

Scheinträchtigkeit beim Hund: Welche Symptome sind typisch?

Die Anzeichen können sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Hündinnen zeigen kaum Veränderungen, andere entwickeln ausgeprägte körperliche und verhaltensbezogene Symptome.

Körperliche Symptome

  • Geschwollene Milchdrüsen oder vergrößertes Gesäuge

  • Milchbildung

  • Vergrößerter Bauch

  • Veränderter Appetit

  • Müdigkeit oder verminderte Aktivität

Veränderungen im Verhalten

  • Nestbauverhalten

  • Herumtragen und Bewachen von Spielzeug

  • Besonders anhängliches oder zurückgezogenes Verhalten

  • Unruhe oder Nervosität

  • Verstärktes Beschützen bestimmter Gegenstände

Nicht jede Hündin zeigt alle Symptome. Auch die Stärke der Beschwerden kann von einer Läufigkeit zur nächsten unterschiedlich sein.

Wann beginnt eine Scheinträchtigkeit und wie lange dauert sie?

Die Symptome treten häufig etwa vier bis neun Wochen nach der Läufigkeit auf.

Eine leichte Scheinträchtigkeit klingt oft innerhalb von zwei bis drei Wochen von selbst ab. Bei manchen Hündinnen halten die Beschwerden länger an oder sind so ausgeprägt, dass eine tierärztliche Behandlung sinnvoll ist.

Was hilft bei einer scheinträchtigen Hündin?

Wenn deine Hündin nur leichte Beschwerden hat, kannst du sie mit einigen einfachen Maßnahmen unterstützen:

  • Beschäftigung anbieten: Spaziergänge, Suchspiele und andere ruhige Aktivitäten können für Ablenkung sorgen.

  • Ruhe ermöglichen: Gib deiner Hündin Rückzugsmöglichkeiten, wenn sie diese benötigt.

  • Gesäuge nicht stimulieren: Vermeide es, die Milchdrüsen zu massieren oder Milch auszudrücken. Das kann die Milchproduktion zusätzlich anregen.

  • Spielzeug beobachten: Wenn deine Hündin bestimmte Gegenstände stark bemuttert oder bewacht, kann es sinnvoll sein, diese behutsam aus ihrem Umfeld zu entfernen.

Eine pauschale Reduzierung der Futtermenge ist nicht erforderlich. Verändert sich der Appetit deutlich oder frisst deine Hündin über längere Zeit kaum, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Wann muss eine scheinträchtige Hündin zum Tierarzt?

Eine leichte Scheinträchtigkeit muss nicht immer behandelt werden. Eine tierärztliche Untersuchung ist jedoch sinnvoll, wenn deine Hündin stark unter den Beschwerden leidet oder die Symptome ungewöhnlich ausgeprägt sind.

Lass deine Hündin insbesondere untersuchen, wenn:

  • sie kaum noch frisst oder sehr abgeschlagen wirkt,

  • das Gesäuge stark geschwollen, gerötet, heiß oder schmerzhaft ist,

  • sie auffälligen Ausfluss aus der Vulva hat,

  • sie deutlich mehr trinkt als gewöhnlich,

  • sie erbricht oder Fieber entwickelt.

Wichtig: Hinter solchen Symptomen kann auch eine Gebärmutterentzündung (Pyometra) stecken. Diese kann nach der Läufigkeit auftreten und ist ein tiermedizinischer Notfall. Bei entsprechenden Warnzeichen solltest du sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik aufsuchen.

Wie wird eine Scheinträchtigkeit behandelt?

Bei leichten Beschwerden reicht es häufig aus, die Hündin zu beobachten und im Alltag zu unterstützen.

Bei einer stark ausgeprägten Scheinträchtigkeit kann die Tierärztin oder der Tierarzt eine medikamentöse Behandlung empfehlen. Häufig wird dafür der Wirkstoff Cabergolin eingesetzt. Er hemmt die Wirkung des Hormons Prolaktin und kann dadurch die Milchproduktion sowie weitere Symptome reduzieren.

Ob eine Behandlung notwendig und geeignet ist, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt nach einer Untersuchung. Eine tatsächliche Trächtigkeit sollte bei entsprechendem Verdacht zuvor ausgeschlossen werden.

Kann man einer Scheinträchtigkeit beim Hund vorbeugen?

Eine Scheinträchtigkeit lässt sich bei einer unkastrierten Hündin nicht zuverlässig verhindern.

Wenn deine Hündin nach jeder Läufigkeit stark unter den Beschwerden leidet, kann eine Kastration eine langfristige Möglichkeit sein. Der richtige Zeitpunkt und mögliche Vor- und Nachteile sollten individuell mit der Tierärztin oder dem Tierarzt besprochen werden. Während einer bestehenden Scheinträchtigkeit wird eine Kastration normalerweise nicht empfohlen.

Übernimmt die Hunde-Krankenversicherung eine Scheinträchtigkeit?

Eine Scheinträchtigkeit ist ein hormonell bedingter Vorgang und bei Agria nicht mitversichert. Die Kosten für ihre Untersuchung und Behandlung werden daher nicht übernommen.

Andere Erkrankungen, die nach der Läufigkeit auftreten können, beispielsweise eine Gebärmutterentzündung, können hingegen versichert sein. Ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, richtet sich nach den medizinischen Befunden und den geltenden Versicherungsbedingungen. Bereits vor Versicherungsbeginn bestehende Erkrankungen und Beschwerden sind nicht mitversichert.

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Häufige Fragen zur Scheinträchtigkeit bei der Hündin

Kann eine Hündin scheinträchtig sein, obwohl sie nicht gedeckt wurde?

Ja. Eine Scheinträchtigkeit entsteht durch hormonelle Veränderungen nach der Läufigkeit und kann unabhängig davon auftreten, ob die Hündin Kontakt zu einem Rüden hatte.

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Scheinträchtigkeit und echter Trächtigkeit?

Die Symptome können sich ähneln. Geschwollene Milchdrüsen, Nestbau und ein vergrößerter Bauch kommen bei beiden vor. Ob deine Hündin tatsächlich trächtig ist, kann eine Tierärztin oder ein Tierarzt beispielsweise mithilfe einer Ultraschalluntersuchung feststellen.

Ist eine Scheinträchtigkeit beim Hund gefährlich?

Eine leichte Scheinträchtigkeit ist meist harmlos und klingt von selbst ab. Bei stark ausgeprägten Beschwerden kann eine Behandlung notwendig werden. Durch anhaltende Milchproduktion kann außerdem eine Gesäugeentzündung entstehen.

Wie lange dauert die Milchbildung bei einer scheinträchtigen Hündin?

Die Milchbildung kann mehrere Tage bis Wochen anhalten. Wie lange genau, ist individuell unterschiedlich. Stark geschwollene oder schmerzhafte Milchdrüsen solltest du tierärztlich untersuchen lassen.

Warum trägt meine Hündin plötzlich Spielzeug herum?

Das Herumtragen, Sammeln oder Bewachen von Spielzeug kann Ausdruck eines verstärkten mütterlichen Verhaltens während der Scheinträchtigkeit sein.

Kann eine Hündin nach jeder Läufigkeit scheinträchtig werden?

Ja. Manche Hündinnen zeigen nach mehreren oder sogar nach jeder Läufigkeit Symptome. Wie stark diese ausgeprägt sind, kann sich von Zyklus zu Zyklus unterscheiden.

Sollte ich meiner scheinträchtigen Hündin die Milch ausdrücken?

Nein. Das Ausdrücken oder Massieren der Milchdrüsen kann die Milchproduktion zusätzlich anregen. Wenn das Gesäuge stark geschwollen oder schmerzhaft ist, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Kann eine Scheinträchtigkeit beim Hund von selbst verschwinden?

Ja. Leichte Scheinträchtigkeiten klingen häufig innerhalb weniger Wochen ohne Medikamente ab. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden ist eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll.